Bava Batra 16

Kapitel 16

א פדיון שבוים מצוה רבה היא
1 demnach ist die Gefangenenauslösung ein besonders gutes Werk.
ב אמר ליה רבא לרבה בר מרי מנא הא מילתא דאמור רבנן דפדיון שבוים מצוה רבה היא א"ל דכתיב (ירמיהו טו, ב) והיה כי יאמרו אליך אנה נצא ואמרת אליהם כה אמר ה' אשר למות למות ואשר לחרב לחרב ואשר לרעב לרעב ואשר לשבי לשבי ואמר רבי יוחנן כל המאוחר בפסוק זה קשה מחבירו
2 Raba fragte Rabba b. Mari: Woher ist das zu entnehmen, was die Rabbanan gesagt haben, die Gefangenenauslösung sei ein besonders gutes Werk? Dieser erwiderte: Es heißt:<i>und wenn sie zu dir sprechen: wohin sollen wir gehen? so sage zu ihnen: So spricht der Herr: wer zum Sterben, zum Sterben, wer zum Schwerte, zum Schwerte, wer zum Hunger, zum Hunger, und wer zur Gefangenschaft, zur Gefangenschaft</i>. Hierzu sagte R. Joḥanan, was in diesem Schriftverse später genannt wird, sei schlimmer als das vorhergenannte.
ג חרב קשה ממות אי בעית אימא קרא ואי בעית אימא סברא אי בעית אימא סברא האי קא מינוול והאי לא קא מינוול ואי בעית אימא קרא (תהלים קטז, טו) יקר בעיני ה' המותה לחסידיו
3 Das Schwert ist schlimmer als das Sterben. Wenn du willst, entnehme ich dies aus einem Schriftverse, und wenn du willst, begründe ich dies. Wenn du willst, begründe ich dies: durch das eine wird er verunstaltet, durch das andere aber wird er nicht verunstaltet. Wenn du willst, aus einem Schriftverse:<i>kostbar ist in den Augen des Herrn das Sterben seiner Frommen</i>.
ד רעב קשה מחרב איבעית אימא סברא האי קא מצטער והאי לא קא מצטער איבעית אימא קרא (איכה ד, ט) טובים היו חללי חרב מחללי רעב שבי [קשה מכולם] דכולהו איתנהו ביה:
4 Der Hunger ist schlimmer als das Schwert. Wenn du willst, begründe ich dies: durch das eine hat er Qual, durch das andere aber hat er keine Qual. Wenn du willst, entnehme ich dies aus einem Schriftverse:<i>glücklicher waren, die durch das Schwert fielen, als die durch Hunger fielen</i>. Bei der Gefangenschaft ist alles vorhanden.
ה תנו רבנן קופה של צדקה נגבית בשנים ומתחלקת בשלשה נגבית בשנים שאין עושים שררות על הצבור פחות משנים ומתחלקת בשלשה כדיני ממונות
5 Die Rabbanan lehrten: Die [Beiträge für die] Armenkasse werden durch zwei [Personen] eingezogen und durch drei verteilt. Sie werden durch zwei eingezogen, denn man darf über die Gemeinde nicht weniger als zwei Beamte einsetzen; sie werden durch drei verteilt, wie bei Gerichtsverhandlungen in Geldsachen.
ו תמחוי נגבית בשלשה ומתחלקת בשלשה שגבויה וחלוקה שוים תמחוי בכל יום קופה מערב שבת לערב שבת
6 [Die Beiträge] für den Armenkessel werden durch drei [Personen] eingezogen und durch drei verteilt; bei diesen ist die Einziehung und die Verteilung gleich. Der Armenkessel wird jeden Tag [verteilt], die Armenkasse nur an jedem Vorabende des Šabbaths.
ז תמחוי לעניי עולם קופה לעניי העיר ורשאים בני העיר לעשות קופה תמחוי ותמחוי קופה ולשנותה לכל מה שירצו
7 Vom Armenkessel erhalten die Armen der ganzen Welt, von der Armenkasse nur die Armen der Stadt. Die Bürger der Stadt dürfen die [Beiträge der] Armenkasse für den Armenkessel und die des Armenkessels für die Armenkasse bestimmen und nach Belieben abändern.
ח ורשאין בני העיר להתנות על המדות ועל השערים ועל שכר פועלים ולהסיע על קיצתן
8 Ferner dürfen die Leute der Stadt Bestimmungen treffen über die Masse, die Marktpreise und die Arbeitslöhne, und wegen dieser Bestimmungen bestrafen.
ט אמר מר אין עושין שררות על הצבור פחות משנים מנא הני מילי אמר רב נחמן אמר קרא (שמות כח, ה) והם יקחו את הזהב וגו'
9 Der Meister sagte: Man darf über die Gemeinde nicht weniger als zwei Beamte einsetzen. Woher dies? R. Naḥman erwiderte: Die Schrift sagt; <i>sie sollen das Gold nehmen &amp;c</i>.
י שררות הוא דלא עבדי הא הימוני מהימן מסייע ליה לרבי חנינא דאמר רבי חנינא מעשה ומינה רבי שני אחין על הקופה
10 Zur Amtsausübung ist [einer] nicht zulässig, glaubwürdig aber ist er wohl. Dies ist eine Stütze für R. Ḥanina, denn R. Ḥanina erzählte, Rabbi habe einst zwei Brüder über die Armenkasse gesetzt. –
יא מאי שררותא דאמר רב נחמן אמר רבה בר אבוה לפי שממשכנין על הצדקה ואפילו בערב שבת איני והא כתיב (ירמיהו ל, כ) ופקדתי על כל לוחציו ואמר ר' יצחק בר שמואל בר מרתא משמיה דרב ואפילו על גבאי צדקה
11 Welche Herrschaft gibt es hierbei? R. Naḥman erwiderte im Namen des Rabba b. Abuha: Weil man wegen der Almosenbeiträge pfändet, selbst am Vorabende des Šabbaths!? – Dem ist ja aber nicht so, es heißt doch:<i>alle seine Bedränger will ich heimsuchen</i>, und R. Jiçḥaq b. Šemuél b. Martha sagte im Namen Rabhs, selbst Almoseneinnehmer!? –
יב לא קשיא הא דאמיד הא דלא אמיד כי הא דרבא אכפיה לרב נתן בר אמי ושקיל מיניה ארבע מאה זוזי לצדקה
12 Das ist kein Einwand; eines, wenn er reich ist, und eines, wenn er nicht reich ist. So wandte Raba einst Zwang an und nahm R. Nathan b. Ami vierhundert Zuz als Almosen ab.
יג (דניאל יב, ג) והמשכילים יזהירו כזוהר הרקיע וגו' (המשכילים יזהירו כזוהר הרקיע) זה דיין שדן דין אמת לאמתו (דניאל יב, ג) ומצדיקי הרבים ככוכבים לעולם ועד אלו גבאי צדקה
13 <i>Und die Einsichtigen werden glänzen wie der Glanz des Himmels &amp;c</i>.; dies ist ein Richter, der ein gerechtes Urteil gemäß der Wahrheit fällt.<i>Und die, die die Menge zur Gerechtigkeit geführt haben, wie die Sterne auf immer und ewig</i>; dies sind die Almoseneinnehmer.
יד במתניתא תנא והמשכילים יזהירו כזוהר הרקיע זה דיין שדן דין אמת לאמתו וגבאי צדקה ומצדיקי הרבים ככוכבים לעולם ועד אלו מלמדי תינוקות כגון מאן אמר רב כגון רב שמואל בר שילת דרב אשכחיה לרב שמואל בר שילת דהוה קאי בגינתא אמר ליה שבקתיה להימנותך אמר ליה הא תליסר שנין דלא חזיא לי והשתא נמי דעתאי עלויהו
14 In einer Barajtha wurde gelehrt: <i>Und die Einsichtigen werden glänzen wie der Glanz des Himmels</i>; dies sind ein Richter, der ein gerechtes Urteil gemäß der Wahrheit fällt, und die Almoseneinnehmer. <i>Und die, die die Menge zur Gerechtigkeit geführt haben, wie die Sterne auf immer und ewig</i>; dies sind die Kinderlehrer. – Wie wer zum Beispiel? Rabh erwiderte: Wie zum Beispiel R. Šemuél b. Šilath. Rabh traf nämlich einst R. Šemuél b. Šilath in seinem Garten stehen; da sprach er zu ihm: Du hast wohl dein Handwerk verlassen? Dieser erwiderte: Es sind bereits dreizehn Jahre, daß ich ihn nicht gesehen habe, und auch jetzt denke ich an sie. –
טו ורבנן מאי אמר רבינא (שופטים ה, לא) ואוהביו כצאת השמש בגבורתו
15 Und wie ist es mit den Gelehrten? Rabina erwiderte:<i>Und die ihn lieb haben, sind wie der Aufgang der Sonne in ihrer Pracht</i>.
טז תנו רבנן גבאי צדקה אינן רשאין לפרוש זה מזה אבל פורש זה לשער וזה לחנות מצא מעות בשוק לא יתנם בתוך כיסו אלא נותנן לתוך ארנקי של צדקה ולכשיבא לביתו יטלם כיוצא בו היה נושה בחבירו מנה ופרעו בשוק לא יתננו לתוך כיסו אלא נותנן לתוך ארנקי של צדקה ולכשיבא לביתו יטלם
16 Die Rabbanan lehrten: Die Almoseneinnehmer dürfen sich von einander nicht trennen, wohl aber darf der eine zum Tore und der andere in den Laden gehen. Hat einer Geld auf der Straße gefunden, so darf er es nicht in seine Tasche tun, sondern in den Almosenbeutel, und wenn er nach Hause kommt, nehme er es wieder heraus. Desgleichen darf er, wenn er von seinem Nächsten eine Mine zu erhalten hat und dieser sie ihm auf der Straße bezahlt, sie nicht in seine Tasche tun, sondern in den Almosenbeutel, und wenn er nach Hause kommt, nehme er sie wieder heraus.
יז תנו רבנן גבאי צדקה שאין להם עניים לחלק פורטין לאחרים ואין פורטין לעצמן גבאי תמחוי שאין להם עניים לחלק מוכרין לאחרים ואין מוכרין לעצמן מעות של צדקה אין מונין אותן שתים אלא אחת אחת
17 Die Rabbanan lehrten: Wenn die Almoseneinnehmer keine Armen zum Verteilen haben, so dürfen sie nur bei Fremden einwechseln, nicht aber bei sich selber. Wenn die Einnehmer des Armenkessels keine Armen zum Verteilen haben, so dürfen sie nur an Fremde verkaufen, nicht aber an sich selber. Almosengeld darf man nicht je zwei zählen, sondern nur einzeln.
יח אמר אביי מריש לא הוה יתיב מר אציפי דבי כנישתא כיון דשמעה להא דתניא ולשנותה לכל מה שירצו הוה יתיב אמר אביי מריש הוה עביד מר תרי כיסי חד לעניי דעלמא וחד לעניי דמתא כיון דשמעה להא דאמר ליה שמואל לרב תחליפא בר אבדימי עביד חד כיסא
18 Abajje sagte: Früher pflegte der Meister nicht auf den Matten im Bethause zu sitzen; nachdem er aber von der Lehre hörte, [die Gemeinde] dürfe es nach ihrem Belieben ändern, setzte er sich auf diese. Ferner sagte Abajje: Früher hatte der Meister zwei verschiedene Beutel, einen für die Armen der ganzen Welt und einen für die Armen der Stadt; nachdem er aber das hörte, was Šemuél zu R. Taḥlipha b. Evdämi sagte, daß er nämlich einen Beutel mache